Sterntagebuch 41 / Frühjahr 2021


Das Sternbild CUSTOS MESSIUM

Vergeblich würde man in unseren Tagen nach dem Sternbild Custos Messium (Erntehüter) suchen. Es existierte tatsächlich um 1775 und wurde zu
Ehren von Charles Messier an den Himmel gesetzt. Bald war es jedoch wieder verschwunden. Der Ehre dieses Mannes tut es indessen keinen
Abbruch. Sein Katalog von gut 100 Objekten hat den Mann unsterblich gemacht. Gerade in dieser Jahreszeit ist unter Sternfreunden der Messier-
Marathon angesagt: Nahezu alle Objekte kann man in einer sternklaren Nacht mit einem geeigneten Teleskop aufsuchen. Ein anspruchsvolles
Unterfangen. Wer dabei noch den Planeten eine Stippvisite abstatten möchte, der kann in der ersten Nachthälfte mit dem Mars beginnen. Dieser
nicht mehr auffällig hell und auch kaum 6 Bogensekunden groß, so doch besser als nichts. Ungefähr 25 Minuten benötigen die NASA- Experten in
Pasadena, um mit dem neuesten Rover "Perseverance" zu kommunizieren, der am 18. Februar auf dem roten Planeten gelandet war.

Westhimmel nach dem 19. März 21

An Helligkeit und Farbe sind Aldebaran und Mars momentan
ebenbürtig. Allein das Flackern des roten Stierauges - besonders
in Horizontnähe- verrät dessen Sternnatur. Von den anderen
äußeren Planeten sind Jupiter und Saturn am Morgenhimmel zu
bewundern. Und weiter zu den Planeten: Venus kommt zögerlich
ab Mitte Mai wieder als Abendstern in Erscheinung, für kurze Zeit
sogar zusammen mit dem Merkur.



Aschgraues Mondlicht am 14.02.2021

Auch der Mond bietet, wie immer im Frühjahr etwas Besonderes: Weite Teile der nördlichen
Erdhalbkugel sind verschneit. Dies bewirkt eine intensivere Albedo (Rückstrahlungsvermögen)
unseres Planeten. So erscheint die unbeleuchtete Mondhälfte wenige Tage vor und nach
Neumond mit gewissen Details in einem magischen Licht, wie hier auf dem nebenstehenden Foto
zu sehen. In den Abendstunden des 24. März sowie des 22. April kann man mittels eines Teleskops
oder auch Feldstechers schon ab 7- facher Vergrößerung den berühmten Goldenen Henkel, eine
markante Lichterscheinung am nördlichen Terminator, bewundern.



Geburtstagskind

Alexander Gerst, wird am 3. Mai 45. Der deutsche Astronaut hat den Überblick aus dem All. "Gibt es Außerirdische? Ich würde sagen ja. Udo Lindenberg ist so einer".
Lindenberg habe von seinem, Udoversum- aus gezeigt, wie absurd Kriege, Ungerechtigkeit und Umweltzerstörung sind.


Text, Grafik und Foto: K.-H. Bohn, unter Verwendung von CYBERSKY 3.3.1


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Update = 10.03.2021
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